HIER können Sie den Tätigkeitsbericht 2016 einsehen

 


 

 

Filmpatenschaft beim Fünf Seen Filmfestival 2017

 

Wir haben die Patenschaft für den Film "Eine fantastische Frau / Una Mujer Fantastica" übernommen.

Die Kellnerin und Hobby-Sängerin Marina lebt mit dem 20 Jahre älteren, wohlhabenden Orlando zusammen. Für Marina hat er seine Familie verlassen und die beiden planen eine gemeinsame Zukunft. Doch nach einer ausgelassenen Geburtstagsfeier stirbt Orlando unerwartet. Für Marina bricht eine Welt zusammen, doch in ihrer Trauer sieht sie sich schlimmen Anfeindungen ausgesetzt: Orlandos Familie will sie nicht in ihren Reihen akzeptieren, ihr gar die Teilnahme an der Beerdigung verbieten.

Marina ist eine Transgender-Frau, und die Familie des Verstorbenen fühlt sich durch ihre sexuelle Identität bedroht. Mit der gleichen Energie, mit der sie früher dafür gekämpft hat, als Frau zu leben, pocht Marina nun erhobenen Hauptes auf ihr Recht auf Trauer. 

Der Film wird gezeigt am

Mo. 31.07.2017 um 18:30 Uhr in der Starnberger Schlossberghalle

Mo 31.07.2017 um 22:15 Uhr im Kino Starnberg

Di. 01.08.2017 um 18:00 und 20:15 Uhr im Kino Gauting

 


 

  

 

Sie haben Gelegenheit, sich von 13:00 bis 18:00 Uhr an unserem Infostand über unsere Arbeit zu informieren.

Schauen Sie vorbei! Wir freuen uns!

 


 

Istanbul-Konvention:

Bundeskabinett beschließt Gesetzentwurf zur Ratifizierung

Am 8. März 2017 hat das Kabinett den Gesetzentwurf zur Ratifizierung des "Übereinkommens des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt" beschlossen. In der Stellungnahme unseres Bundesverbandes bff begrüßt er das Vorhaben der Bundesregierung zur Umsetzung der so genannten Istanbul-Konvention, die in vielen Staaten Europas bereits ratifiziert ist.
Die Istanbul-Konvention ist deswegen so ein wichtiges Abkommen, weil sie auf die Beendigung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt durch eine koordinierte Gesamtstrategie dringt.
Gerade an dieser Stelle besteht aus Sicht des bff für Deutschland weiterhin noch großer Handlungsbedarf.
Es fehlt u.a. an der Einrichtung einer offiziellen Stelle, die für die Koordinierung, Umsetzung, Beobachtung und Bewertung der politischen und sonstigen Maßnahmen zur Verhütung und Bekämpfung aller durch die Istanbul-Konvention erfassten Formen von Gewalt zuständig ist.
Weiterer Anstrengungen seitens der Bundesregierung bedarf es zudem hinsichtlich der Forschung und der Sammlung statistischer Daten über alle Formen von Gewalt gegen Frauen, hinsichtlich der Prävention von Gewalt und besonders auch der finanziellen Ausstattung spezialisierter Hilfsdienste (Fachberatungsstellen und Frauenhäuser) für gewaltbetroffene Frauen. Nicht zuletzt ist es dringend geboten, die Praxis der Strafverfolgung sexualisierter Übergriffe nach Inkrafttreten des veränderten Sexualstrafrechts zu evaluieren und durch eine jährliche Statistik zu beobachten.
 
Die ausführliche Stellungnahme des bff kann hier heruntergeladen werden: Stellungnahme bff zum Regierungsentwurf zur Ratifizierung der Istanbul-Konvention

 


 

Gesetz zur Verbesserung des Schutzes gegen Nachstellungen  

Mit der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt ist im März 2017 das neue Stalking-Gesetz (Gesetz zur Verbesserung des Schutzes gegen Nachstellungen) in Kraft getreten.
Die Umwandlung des § 238 Absatz 1 StGB von einem Erfolgs- in ein Eignungsdelikt ist dabei besonders hervorzuheben. Bislang hing die Strafbarkeit von Nachstellungen ganz entscheidend davon ab, wie den Betroffenen der Umgang mit der Situation gelang. Betroffene, die aufgrund eines stabilen sozialen Umfeldes oder anderer positiver Einflussfaktoren nicht dazu gezwungen waren ihre Lebensführung aufgrund der Nachstellungen massiv zu verändern, waren bisher rechtlich im Nachteil.
Es ist daher außerordentlich zu begrüßen, dass aufgrund der Umwandlung in ein Eignungsdelikt die schlimmsten Folgen nicht erst eingetreten sein müssen, damit die Nachstellungen rechtlich relevant sind.

Der Gesetzestext des neuen Gesetzes zur Verbesserung des Schutzes gegen Nachstellungen kann hier nachlesen werden: Bundesgesetzblatt

 


 

"Nein heißt nein - Paradigmenwechsel im Sexualstrafrecht".

Dossier zum Nachhören im Deutschlandfunk 

Bis zur Reform des Sexualstrafrechts im Juli 2016 galt: Eine Betroffene von Vergewaltigung musste sich massiv wehren oder ihr Leben akut bedroht sein - sonst wurde der Täter freigesprochen. Nach der Neuregelung ist noch einiges ungewiss. Ob nun mehr Betroffene Anzeige erstatten, ob es mehr Verurteilungen gibt, das alles bleibt abzuwarten.Die Reform hat außerdem einen großen Knackpunkt: Die sexualisierten Übergriffe am Kölner Hauptbahnhof Silvester 2015 haben die Gesetzesänderung beschleunigt. So können Nicht-Deutsche, die ein Sexualdelikt begehen, künftig leichter ausgewiesen werden.

Das Dossier von Beate Hinrichs kann auf http://www.deutschlandradio.de/ nachgehört werden.
 

 


 

Frauen helfen Frauen Starnberg e.V.
auf der Gilchinger Gesundheitsmesse

 

Samstag, 1. April 2017 von 12 - 18 Uhr und
Sonntag, 2. April 2017 von 10 - 17 Uhr

Neues Rathaus, Rathausplatz 1, 82205 Gilching

 

Der Eintritt zur Messe und den Veranstaltungen ist frei, Barrierefreiheit ist gegeben.

weitere Intormationen unter: http://www.gesundheitsmesse-gilching.de/ 

 


 

 Stammtischfreunde aus Herrsching überreichen Scheck

 

Die Freitags-Stammtischfreunde vom Andechser Hof haben zugunsten von Frauen helfen Frauen Starnberg e. V. am Faschingsdienstag gegrillt und den Erlös über 730 € gespendet.

Trotz Regen und Wind haben sie die Aktion veranstaltet - ein herzliches Dankeschön von uns.

 
Scheckübergabe am 24.03.2017 im Andechser Hof

 


 

 

Ab 1. Januar 2017 haben Betroffene von Gewalt - und Sexualstraftaten den Rechtsanspruch auf kostenfreie Begleitung im Strafverfahren

Frauen helfen Frauen Starnberg e.V. bietet
psychosoziale Prozessbegleitung für Frauen an

Wenn misshandelte oder vergewaltigte Frauen in einem Strafverfahren gegen den Täter aussagen müssen, fühlen sie sich oft, als stünden sie - und nicht der Angeklagte - auf dem Prüfstand. Ihre Glaubwürdigkeit wird begutachtet, ihre Aussage kann entscheidend sein über das weitere Schicksal des Angeklagten. Für die Zeugin, die zugleich die Betroffene ist, ist die Aussage oft mit Angst, Scham, Schulgefühlen sowie das Aufrühren belastender Erinnerungen verbunden.

Der Verurteilung des Täters wird oft weit mehr Bedeutung beigemessen als dem schonenden Umgang mit verletzten Zeug*innen. Für viele Betroffene ist ein Prozess sehr belastend. Die Gefahr ist groß während eines Prozesses zum zweiten Mal Opfer - einer sogenannten Sekundärviktimisierung - zu werden.

Ab 1.1.2017 soll sich das ändern. Opfer von schweren Gewalt- und Sexualstraftaten haben im neuen Jahr einen Rechtsanspruch auf gerichtliche Beiordnung einer psychosozialen Prozessbegleitung (§ 406g StPO). Dies ist eine besondere Form der Zeugenbegleitung. Bisher war sie für Kinder und Jugendliche möglich, die von Grund auf besonderen Schutz benötigen. Mit dem neuen Gesetz haben auch erwachsene Zeug*innen einen rechtlichen Anspruch.

Während eines Strafverfahrens vermittelt die psychosoziale Prozessbegleiterin den Betroffenen Information, Sicherheit und Orientierung. Die Belastungen und Ängste, die ein Strafprozess mit sich bringt, sollen möglichst gering gehalten werden. Die psychosoziale Prozessbegleiterin bereitet die Betroffenen auf die Verhandlung vor und betreut sie während der Verhandlung. Z.B. in dem sie die am Verfahren beteiligten Personen und deren Funktionen erklärt oder vor dem Verhandlungstermin zusammen mit der Zeugin den Gerichtssaal besichtigt. Gespräche über den zur Verhandlung stehenden Sachverhalt sind ausgeschlossen.

Die Vorbereitung soll Betroffene unterstützen und ihnen die Aussage vor Gericht erleichtern. Die verletze Zeugin wird im gesamten Strafverfahren betreut. Dies trägt zu ihrer Stabilisierung bei. Dadurch wird die Verwertbarkeit der Zeugenaussage besser. Und dies dient nur der Betroffenen, sondern sollte auch im öffentlichen Interesse eines Rechtsstaates sein.

Das neue Gesetz kann hier heruntergeladen werden:
www.dejure.org/gesetze/StPO/406g.html

 


 

25. November - internationaler Tag zur Beseitigung an Gewalt gegen Frauen


An diesem Tag endet die Ausstellung “Blick dahinter – Häusliche Gewalt gegen Frauen” im Landratsamt Starnberg.
 
Das Bundesfamilienministerium und das Bundeskriminalamt haben erstmalig Zahlen vorgelegt, die das Ausmaß an Gewalt gegen Frauen durch ihre Partner oder Ex-Partner belegen.
 
Im Jahr 2015 waren es 82 % Frauen, die von Partnerschaftsgewalt betroffen waren, die Hälfte von ihnen lebte zum Tatzeitpunkt mit dem Täter in einem Haushalt. Das sind über 104.000 Frauen, die von Partnerschaftsgewalt betroffen waren. Bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung in Partnerschaften sind die Geschädigten zu fast 100 % weiblich, bei Stalking und Bedrohung in der Partnerschaft sind es knapp 90 %. Bei vorsätzlicher, einfacher Körperverletzung sowie bei Mord und Totschlag in Paarbeziehungen sind es 80 %.
331 Frauen wurden durch ihre Partner oder Ex-Partner ermordet.

BKA-Präsident Holger Münch: "Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter. In einer erstmals erstellten Auswertung der bei der Polizei registrierten Fälle haben wir festgestellt, dass sie über subtile Formen wie Demütigungen, Beleidigungen und Einschüchterungen, psychischen, physischen und sexuellen Misshandlungen bis hin zu Vergewaltigungen und Tötungen reicht. Ebenso muss man von einem nicht unerheblichen Dunkelfeld ausgehen. Denn Opfer häuslicher Gewalt empfinden ihre Situation oft als ausweglos, sie werden nicht bemerkt und sie machen sich nicht bemerkbar. Hier sind neben den Strafverfolgungsbehörden vor allem staatliche und nichtstaatliche Institutionen gefragt, Opfern mit Hilfsangeboten zur Seite zu stehen. Partnerschaftsgewalt darf keinen Platz in unserer Gesellschaft haben!"


Link zum vollständigen Bericht: https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/alle-meldungen/wenn-das-eigene-zuhause-nicht-sicher-ist-/112642

 


 

Einladung zur Ausstellung
"Blick dahinter - Häusliche Gewalt gegen Frauen"

vom 14. bis 25. November 2016 im Landratsamt Starnberg

Ausstellungseröffnung am 14. November 2016 um 17:00 Uhr durch die Schirmpaten             Dr. Ulrike Haerendel und Landrat Karl Roth

Um 19:30 Uhr wird das SAT1-Drama "Die Ungehorsame" im Kino Breitwand Starnberg gezeigt. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen zur Ausstellung und dem Rahmenprogramm finden Sie hier: Flyer und Begleitprogramm 

 

  


 

Damen vom ZONTA Club Fünf-Seen-Land
überreichen Scheck

 

Dorothea Föppl vom Vorstand nahm am 12.11.2016 einen Scheck in Höhe von € 3.000 im Rahmen einer Benefizveranstaltung im Rathas in Feldafing entgegen. Wir freuen uns sehr darüber, dass uns die ZONTA Damen seit Jahren finanziell unterstützen. Mit der Spende können wir u. a. Kosten für Dolmetscher*innen übernehmen. Vielen Dank für den regen Austausch und das Interesse an unserer Arbeit.


 

Münchner Aktionswochen gegen Gewalt an Frauen, Mädchen und Jungen vom 7. - 29.11.2016

Für weitere Infos hier klicken


 

Artikel im Starnberger Merkur vom 29.8.2016

 


 

Zur "Studie zur Bedarfsermittlung zum Hilfesystem für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder in Bayern" hier klicken

 


 

Security Point für Mädchen & Frauen auf der Wiesn 2016

 

 

 

                                                                                                                     

 

Wir sind Patin beim 10. Internationalen Fünf Seen Filmfestival

Frauen helfen Frauen Starnberg e.V. übernahm für den Film „Eine unerhörte Frau“ von Regisseur Hans Steinbichler die Patenschaft beim Fünf Seen Filmfestival 2016. Er hat den Publikumspreis gewonnen - darüber freuen wir uns sehr!

Unsere Vorstandsfrau Verena Spitzer sagte dazu: „Die unerhörte Frau ist als Patenschaft so passend, weil etwas nicht hören wollen, ignorieren oder als psychisches Problem `abzutun´ lebensgefährlich sein kann. Sei es wie in dem Film, wo es um das Leben des Kindes geht oder bei von Gewalt betroffenen Frauen. Etwa siebenmal muss eine betroffene Frau versuchen etwas zu sagen, bis sie gehört wird.“

Der Film spielt nach dem autobiographischen Buch von Angelika Nachtmann "Nicht gehört, fast zerstört". Er zeigt, wie sie als junges Mädchen Opfer einer Vergewaltigung wurde. Ihre Mutter glaubte ihr trotz massiver Verletzungen nicht. Diese Erfahrung ließ sie später umso mehr für ihre eigene Tochter kämpfen. Sie hat ihrem Kind geglaubt, dass es ernsthaft krank ist. Durch ihren jahrelangen Kampf hat sie das Leben ihrer Tochter gerettet.

Angelika Nachtmann, der Drehbuchautor und der Produzent des Films stellten sich beim anschließenden Filmgespräch den Fragen der Zuschauer*innen, das war interessant und sehr bewegend.

Am Infostand kamen die Vorstandsfrauen Ursula Galli und Daniela Hörstke noch mit einigen Zuschauer*innen ins Gespräch und verteilten Flyer.

 

Wir sind stolz die Patenschaft für den Film „Eine unerhörte Frau“ von Frau Nachtmann übernommen zu haben. Sie ist eine mutige Frau, die trotz aller Widerstände ihr Ziel verfolgt.

Frau Nachtmann sagte uns, wie wichtig sie unsere Arbeit findet und schenkte dem Verein ihr handsigniertes Buch.


 

Was ist los in München?
Aktuelle Debatte über sexuelle Gewalt

Am Dienstag 19.07.2016 fand im Münchner Stadtmuseum die Podiumsdiskussion „Was ist los in München? Aktuelle Debatte über sexuelle Gewalt“ statt.

Dr. Isabella Fehle, die Direktorin des Stadtmuseums, begrüßte die Anwesenden. Danach hielt die Vorsitzende des Stadtbunds Münchner Frauenverbände Renate Maltry eine Einführungsrede. Hier ein Auszug daraus:

„Fast jede 7. Frau in Deutschland ist von sexueller Gewalt betroffen. 13% der in Deutschland lebenden Frauen haben seit dem 16. Lebensjahr strafrechtlich relevante Formen sexueller Gewalt erlebt. D.h. Vergewaltigung versuchte Vergewaltigung oder unterschiedliche Formen von sexueller Nötigung.

25% der in Deutschland lebenden Frauen ist körperliche sexuelle Gewalt oder beides durch aktuelle oder frühere Beziehungspartnerinnen oder Partner widerfahren.

Nur 5% der Sexualstraftaten werden angezeigt. Jährlich werden 8000 Vergewaltigungen in Deutschland angezeigt. Damit kommen in Deutschland jährlich 9,85 angezeigte Vergewaltigungen auf 100.000 Einwohner / Einwohnerinnen. Das entspricht dem unteren Mittelfeld im europäischen Vergleich.

Seit langem leben wir in einer Kultur der Verharmlosung, die auch dazu führt, dass Opfer schweigen. Wer Opfer eines Übergriffs wird, muss mit dem Vorwurf rechnen, selbst schuld zu sein - wie in der Silvesternacht - falsch gekleidet zu sein. In Köln waren es einige mutige Frauen, die Anzeige erstattet haben und damit andere Frauen ermutigt haben, so dass nun über 700 Anzeigen vorliegen.“

Im Anschluss daran diskutieren auf dem Podium:

  • Dagmar Freudenberg, Staatsanwältin, Vorsitzende der Kommission Strafrecht des deutschen Juristinnenbundes, Referentin im Niedersächsischen Justizministerium für Opferschutz

  • Hubertus Andrä, Polizeipräsident München

  • Lydia Dietrich, Stadträtin, Vorsitzende der Stadtratskommission zur Gleichstellung von Frauen

  • Heike Barnes, Frauennotruf München, Master of Science Psychologie, Traumafachberaterin

  • Monika Steinhauser, Münchner Flüchtlingsrat
    Diplom-Geographin, Geschäftsführerin des Münchner Flüchtlingsrats

 

Moderiert wurde von Jutta Prediger vom Bayerischen Rundfunk.

 


 

 

Aktuelle Debatte über sexuelle Gewalt

am Dienstag 19.07.2016 um 19.00 Uhr am St. Jakobsplatz 1 in München. Eintritt frei
für weitere Infos hier klicken


 

bff-Pressemitteilung:

Nein heißt nein!

Paradigmenwechsel im Sexualstrafrecht

Der bff begrüßt die am 7. Juli vom Deutschen Bundestag verabschiedete Reform des Sexualstrafrechts, in dem fortan der Grundsatz „Nein heißt nein" verankert ist. Diese Reform stellt einen deutlichen Paradigmenwechsel dar. Nicht mehr eine Nötigung ist Voraussetzung für die Strafbarkeit eines sexuellen Übergriffs, sondern entscheidend ist der Wille der Betroffenen. Damit ändert sich ganz grundlegend die bisherige Auffassung des Schutzes der sexuellen Selbstbestimmung im Gesetz.

Bisher waren sexuelle Handlungen an einer Person nicht strafbar, wenn diese nur verbal ihren entgegenstehenden Willen deutlich gemacht hatte. Für eine Strafbarkeit mussten zum Beispiel eine Drohung oder das Anwenden von Gewalt hinzukommen. Der bff hatte bereits 2014 in einer Fallanalyse anhand von Zitaten aus Verfahrenseinstellungen die Schutzlücken im Sexualstrafrecht beschrieben („Was Ihnen widerfahren ist, ist in Deutschland nicht strafbar": https://www.frauen-gegen-gewalt.de/fallanalyse-zu-schutzluecken-im-sexualstrafrecht.html).

Künftig kommt es für die Strafbarkeit einer Vergewaltigung nicht mehr darauf an, ob Gewalt angewendet wurde oder die Betroffene sich körperlich gewehrt hat. Entscheidend ist, dass der Täter sich über den erkannten Willen der Betroffenen hinweggesetzt hat.

„Damit sind auch die Anforderungen der Istanbul-Konvention erfüllt, die ganz klar die Strafbarkeit aller nicht-einverständlichen sexuellen Handlungen fordert", sagt Katja Grieger, Geschäftsführerin des Bundesverbands Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff). Mit der Verabschiedung des reformierten Sexualstrafrechts kann dieses wichtige Menschenrechtsabkommen von Deutschland ratifiziert werden.

Kritisch bewertet der bff hingegen die erst kurzfristig bekannt gewordene Ergänzung, dass mit der Gesetzesänderung auch Ausweisungen erleichtert werden sollen. „Das Ausländerrecht ist nicht der richtige Ort, um sexuelle Gewalt zu sanktionieren", sagt Katja Grieger. „Bei sexueller Gewalt haben wir es mit einem gesamtgesellschaftlichen Problem zu tun, das alle betrifft, unabhängig von ihrer Herkunft", so Grieger weiter. Der bff befürchtet negative Auswirkungen auf die Anzeigebereitschaft von Betroffenen. Sie werden einen Täter ohne deutschen Pass möglicherweise nicht anzeigen, wenn dadurch seine Ausweisung droht.

Der bff wird die Umsetzung des reformierten Sexualstrafrechts kritisch begleiten.

V.i.S.d.P.: Silvia Zenzen/ bff

Der bff ist der Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe. Er leistet Aufklärung, Sensibilisierung, Fortbildung und Politikberatung zum Thema Gewalt gegen Frauen und vertritt mehr als 170 ambulante Fachberatungsstellen aus dem gesamten Bundesgebiet. In Deutschland erlebt ca. jede 7. Frau mindestens einmal in ihrem Leben sexualisierte Gewalt. Höchstens 15% der Taten werden angezeigt, weniger als 10% davon verurteilt. Fallanalyse zur Beschreibung der Schutzlücken im Sexualstrafrecht: https://www.frauen-gegen-gewalt.de/fallanalyse-zu-schutzluecken-im-sexualstrafrecht.html

 


 

 

 

Willkommenstag in Herrsching 2016

 
 
Wie jedes Jahr war die Beratungsstelle "Frauen helfen Frauen Starnberg e.V." beim Willkommenstag am 7.5.16 mit einem Infostand vertreten.
Annette Hilbert, Christl Schief und Ursel Galli waren abwechselnd vor Ort.
Interessanterweise kamen dieses Jahr viele Männer und Kinder an unseren Tisch, aber auch Frauen erkundigten sich über unsere Arbeit und fragten nach, ob die Beratung auch wirklich anonym sei. Wir verwiesen auf die Schweigepflicht unserer Fachberaterinnen. Es ergaben sich anregende und informative Gespräche.
Ebenso mit vielen Vereinen kamen wir ins Gespräch und konnten unsere neuen Flyer an Verteiler weiter geben.
Wir freuen uns, nächstes Jahr wieder dabei zu sein.
 
 

 

Equal Pay Day 2016

Weitere Infos und das Programm ist einsehbar unter Link:
Bundesweite Internetseite: www.equalpayday.de
Münchner Internetseite: www.muenchen.de/equal-pay-day.de
 
 

 

One Billion Rising

Flashmob am 14.2.2016 in München. hier klicken


 

Tag der offenen Tür

 
Frauen helfen Frauen Starnberg e.V. lud am 3. Februar 2016 zum Tag der offenen Tür in die neuen Räumlichkeiten ein. Mit großer Freude begrüßten wir zahlreiche Gäste u.a. aus Politik, anderen Fachberatungsstellen, Polizei und interessierte Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis. Die Damen des ZONTA Clubs Fünf-Seen-Land überreichten uns zum Einzug einen Scheck in Höhe von 2.000,- Euro. Auch an dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an alle die bei uns waren.
 
 
Die Damen des ZONTA Clubs Fünf-Seen-Land überraschten uns mit einem Scheck in Höhe von 2.000,- Euro.
 
 

 

Artikel in der Süddeutschen Zeitung,
Starnberger Teil vom 29.01.2016


 

 

Nein heißt nein! Für ein modernes Sexualstrafrecht.

Wir rechnen mit Ihrer Stimme

Der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff) hat aus aktuellem Anlass die Online-Petitionwww.change.org/neinheisstnein wieder geöffnet.

Unterschreiben auch Sie für ein modernes Sexualstrafrecht. Helfen Sie mit, die Petition weiter zu verbreiten!

Der aktuell diskutierte Gesetzentwurf aus dem Bundesjustizministerium zur Änderung des Sexualstrafrechts sieht nicht vor, dass ein ‚Nein heißt nein‘ gelten soll. Der Entwurf ist kein Paradigmenwechsel hin zu einem voraussetzungslosen Schutz der sexuellen Selbstbestimmung.

bundesweite Kampagne „Vergewaltigung verurteilen – Ihre Stimme jetzt“

Der bff hat die Kampagne „Vergewaltigung verurteilen – Ihre Stimme! Jetzt!“ ins Leben gerufen.

Zielsetzung ist, eine Reform des Sexualstrafrechts und einen umfassenden Schutz der sexuellen Selbstbestimmung zu erreichen. So sollen die Vorgaben aus der Europaratskonvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt auch in Deutschland umgesetzt werden.

Hierzulande sind längst nicht alle Fälle, in denen sexuelle Handlungen gegen den Willen einer Person ausgeübt werden, strafbar. Ursächlich ist das deutsche Strafrecht, es setzt eine Nötigung z.B. mit Gewaltanwendung voraus. Konkret heißt das, dass es nicht ausreicht, wenn eine Frau ausdrücklich und mehrfach Nein sagt oder weint und fleht. Faktisch muss sie sich körperlich wehren, sonst liegt zumeist keine Straftat vor. Vielen Frauen ist dies jedoch nicht möglich, sei es aus Angst oder aufgrund ihrer körperlichen Unterlegenheit. Andere lassen die Tat über sich ergehen, um die in der Wohnung anwesenden Kinder oder sich selbst zu schützen.

Das Bundesjustizministerium plant in seiner Reform leider noch immer keine Regelung, die den Anforderungen eines modernen Sexualstrafrechts genügt. Katja Grieger vom bff erläutert: „Die Grundidee ist nach wie vor: im Normalfall wehrt sich ein Opfer, die sexuelle Selbstbestimmung muss verteidigt werden. Es ist unverständlich, dass es nicht ausreichen soll, Nein zu sagen.“ Der bff fordert gemeinsam mit anderen Frauenverbänden den bedingungslosen Schutz der sexuellen Selbstbestimmung und ein modernes Sexualstrafrecht. Nein heißt Nein!

Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind aufgefordert, die Online-Petition zu unterstützen. 

Hier zur Petition:

 www.change.org/neinheisstnein

 

@HeikoMaas. Schaffen Sie ein modernes Sexualstrafrecht. #Neinheisstnein 

Denn noch immer sind in Deutschland sexuelle Handlungen allein gegen den Willen einer Person nicht strafbar.

Unterstützen Sie unsere Forderung nach einem modernen Sexualstrafrecht, in dem alle nicht-einverständlichen sexuellen Handlungen unter Strafe stehen.

 

Bitte unterschreiben Sie dafür die Petition und verbreiten Sie sie weiter – jede Stimme zählt!  

 

Die Aktion wird getragen von folgenden Organisationen: Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff), Deutscher Frauenrat, Frauenhauskoordinierung e.V. (FHK), Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Menschenhandel (KOK) und Zentrale Informationsstelle autonomer Frauenhäuser (ZIF).

 


 

Frauen helfen Frauen Starnberg e.V.
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Gefördert durch:                   Landratsamt Starnberg